WZP 2026
Der Wissenschaft Zukunft Preis wurde am 29. September 2026 im Rahmen der Verleihung der Wissenschaftspreise des Landes Niederösterreich im Haus der Digitalisierung Tulln an folgende fünf Preisträger*innen vergeben.
- Sophia Steinbacher-Haid (TU Wien, Karl Landsteiner Privatuniversität und ICC Water & Health),
- Felix Neudecker Universität für Bodenkultur Wien)
- Leona Kohl (Universität Wien)
- Luca Lippert (Universität Wien)
- Georg Rabl (Universität für Bodenkultur Wien)
Der WZP 2026 würdigt herausragende akademische Abschlussarbeiten, die innovative Ansätze in der Forschung aufzeigen. Die Ehrungen nahmen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf vor.
Sophia Steinbacher-Haid evaluierte in ihrer Dissertation den Einsatz genetischer Methoden für die Wasserqualitätsanalyse. Die Arbeit entstand an der Karl Landsteiner Privatuniversität und der TU Wien, im Rahmen des ICC Water & Health. Steinbacher-Haid nutzte genetische Marker, um die Herkunft fäkaler Belastungen zu bestimmen und zwischen menschlichen und tierischen Verschmutzungsquellen zu unterscheiden. Ihre Arbeit schafft eine Grundlage für ein effizienteres Management von Wasserressourcen in Niederösterreich und zeigt die Anwendungsmöglichkeiten genetischer Analysen auf.
Felix Neudecker forschte in seiner Dissertation am BOKU-Standort in Tulln an Wegen, Weizenstroh als nachwachsende Rohstoffquelle nutzbar zu machen und in ein Hochleistungsprodukt umzuwandeln. Stroh ist ein reichlich vorhandenes Agrar-Nebenprodukt, das durch gezielte Modifizierung ein kreislauffähiger Werkstoff werden kann. Durch die Kombination aus Teil-Delignifizierung und Verdichtung vervielfachte sich die Zugfestigkeit von Strohhalmen um das Achtfache. Dadurch wurden Festigkeitswerte erreicht, die im Bereich von Baustahl liegen. Außerdem belegt seine Arbeit, dass durch eine zusätzliche mikrobielle Vorbehandlung normgerechte, bindemittelfreie Faserplatten aus dem Reststoff Stroh hergestellt werden können. Beides dient als Grundlage, um Agrar-Reststoffe wertschöpfend zu nutzen und die regionale Bioökonomie in Niederösterreich zu stärken.
Das eisenzeitliche Gräberfeld von Walpersdorf gehört zu den bedeutenden Fundorten im Unteren Traisental. Leona Kohl widmete sich in ihrer Masterarbeit diesen latènezeitlichen Gräbern und konnte zusätzliche Forschungsdaten wie aDNA-Daten, Isotopenanalysen, C14-Datierungen sowie Textil-, Gesteins- und Tierknochenanalysen miteinbeziehen. Durch diesen interdisziplinären Ansatz war es möglich, neue Erkenntnisse über den Wandel von der Hallstatt- zur Latènezeit zu gewinnen. Sie erarbeitete eine genauere Chronologie und beleuchtete die kulturellen Unterschiede zwischen den frühlatènezeitlichen Fundstellen der Region. Die Ergebnisse ihrer Arbeit tragen zum Verständnis der kulturellen Dynamiken, Mobilität und des Kulturaustauschs in diesem wichtigen Schnittstellenraum der Eisenzeit bei.
Luca Lippert forschte zum Thema Glioblastom. Ein Glioblastom ist die derzeit tödlichste Form von Gehirntumoren. Lippert forschte an den Max Perutz Labs der Universität Wien und der MedUni Wien sowie im Umfeld des Krebsbehandlungs- und Forschungszentrums MedAustron in Wiener Neustadt zu dieser Tumorart.
Sein Ziel war es, das Immunsystem, das bei Glioblastomen unterdrückt wird, wieder zu reaktivieren und so konventionelle Immuntherapien zu ermöglichen. Seine Forschung belegte erstmals, dass die Kombination einer hypofraktionierten Strahlentherapie mit der Inhibition des Enzyms PARP7 die Immunzellen effektiv aktiviert. Diese und weitere Erkenntnisse seiner Arbeit legen den theoretischen Grundstein für weitere Forschungen zur Überwindung der Immunsuppression bei Glioblastomen.
Die Masterarbeit von Georg Rabl befasst sich mit der Wiederansiedlung der Europäischen Äsche (Thymallus thymallus) im Mittellauf des niederösterreichischen Kamps. Er untersuchte, wie die jungen Äschen unter natürlichen Bedingungen wachsen und welche Hindernisse ihre Rückkehr in den Fluss behindern. Dabei stellte er fest, dass die Jungfische unter den aktuellen Habitatbedingungen erfolgreich überleben konnten, jedoch die Stauseen und die dadurch fehlenden Laichplätze in Zukunft kritische Defizite darstellen. Seine Arbeit zeigt potenzielle Problematiken auf, liefert entscheidende Daten für Renaturierungsprojekte und hilft, die Biodiversität in den Flüssen Niederösterreichs nachhaltig zu schützen.
In der
Festschrift 2026 können Sie die Details zu Preisträger*innen der Wissenschaftspreise des Landes NÖ und des WZP NÖ 2026 nachlesen.